Die Rallye ADAC Mittelrhein hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, warum sie zu den markantesten Läufen im deutschen Rallye-Kalender zählt: spektakuläre Wertungsprüfungen in den Weinbergen entlang der Mosel, anspruchsvolle Eifel-Strecken und ein hochklassiges Teilnehmerfeld sorgten für Rallyesport auf Top-Niveau. Die einzigartige Mischung aus sportlicher Herausforderung, landschaftlicher Kulisse und großer Begeisterung entlang der Strecke machte die Veranstaltung erneut zu einem besonderen Erlebnis für Teams, Fans und Partner.
Bereits am Freitag begann die Rallye ADAC Mittelrhein mit dem Shakedown Elektro Edringer Maring-Noviand. Ein Shakedown ist eine verkürzte Testprüfung unter nahezu Wettbewerbsbedingungen, bei der die Teams ihre Fahrzeuge final abstimmen, Reifen testen und sich auf die Charakteristik der Rallye vorbereiten können.
Für Fahrer und Teams war dieser Auftakt ein wichtiger letzter Prüfstein vor dem Start in die Wertungsprüfungen, für die Zuschauer zugleich die erste Gelegenheit, die DRM-Spitze und weitere starke Teilnehmer aus nächster Nähe zu erleben.
Anspruchsvolle Prüfungen zwischen Eifel und Mosel
Am Samstag standen mit Dr. Oetker Dreis (WP 1, 4 & 7), Trittenheim (WP 3, 6 & 9) und Piesport (WP 2, 5 & 8) drei anspruchsvolle Wertungsprüfungen auf dem Programm. Gerade Trittenheim und Piesport besitzen im Kalender der Deutschen Rallye-Meisterschaft einen besonderen Stellenwert, denn die schmalen Wege, steilen Hänge, Kurvenkombinationen und die spektakulären Ausblicke ins Moseltal schaffen eine Streckencharakteristik, wie sie in dieser Form kaum ein anderer DRM-Lauf bietet.
Vor allem die Weinbergprüfungen oberhalb der Mosel stehen seit Jahren für die besondere Identität der Rallye ADAC Mittelrhein. Fahrer wie Zuschauer schwärmen immer wieder von der Verbindung aus fahrerischer Herausforderung und einmaliger Kulisse, die die Rallye in Rheinland-Pfalz unverwechselbar macht
„Wir freuen uns sehr, dass wir die DRM auch 2026 wieder in unserer Region begrüßen durften. Das Herzstück unserer Rallye, die Wertungsprüfungen in den malerischen Weinbergen, macht unsere Veranstaltung unverwechselbar und sorgt für eine Atmosphäre, wie man sie in Deutschland nur hier erlebt“, sagt Jörg Hennig, Vorstand Sport des ADAC Mittelrhein e.V.
Zwischenstand nach Tag eins
Nach dem ersten Rallye-Tag führten Hans Weijs und Bjorn Degandt im Toyota Yaris GR mit einer Zeit von 1:04:22.0 das Klassement an. Auf Rang zwei folgten Armin Kremer und Jennifer Lerch im Škoda Fabia RS Rally2 mit 1:05:00.2 vor Marijan Griebel und Ella Kremer, ebenfalls im Škoda Fabia RS Rally2, mit 1:05:21.7 Besondere Aufmerksamkeit galt zu diesem Zeitpunkt auch Johan Kristoffersson und Dennis Zenz im Porsche 911 Rally GT, die mit 1:06:29.0 auf Rang fünf lagen.
Am Sonntag wurden die Wertungsprüfungen Gipperath (WP 10 & 12) und Bungert Vulkaneifel (WP 11 & 13) gefahren. Während Gipperath mit selektiven Eifelstraßen, Waldpassagen und offenen Feldern fordert, steht die Bungert Vulkaneifel für welligen Asphalt, wechselnde Beläge und klassisches Eifel-Profil, auf dem auch zum Finale noch entscheidende Sekunden gewonnen oder verloren werden können.
Kristoffersson und Zenz als besonderes Highlight
Mit Johan Kristoffersson ging einer der erfolgreichsten Rallycross-Piloten der vergangenen Jahre in Wittlich an den Start. Der Schwede ist achtmaliger Rallycross-Weltmeister und bestritt bei der Rallye ADAC Mittelrhein gemeinsam mit dem deutschen Co-Piloten Dennis Zenz einen Porsche Rally GT des Teams Motopark. Der Einsatz war in mehrfacher Hinsicht besonders: Für Kristoffersson war es die erste Rallye in Deutschland, sein erster Rallyestart auf Asphalt und zugleich sein erster Einsatz im Porsche Rally GT. Auch die gemeinsame Konstellation mit Dennis Zenz als Team rückte dadurch besonders in den Fokus.
Für Dennis Zenz war der Auftritt zudem ein Heimspiel, da der Eifeler aus Klausen stammt und in den Anfangsjahren seiner Karriere auch vom ADAC Mittelrhein gefördert wurde. Zenz selbst sprach von einem „sehr spontanen Projekt“, das innerhalb von 48 Stunden mit Unterstützung seiner Partner möglich geworden sei. Ihre Ambitionen unterstrichen Kristoffersson und Zenz eindrucksvoll mit vier Bestzeiten auf den Wertungsprüfungen 10, 11 und 12 sowie ein weiteres Mal auf Prüfung 13. Damit bewiesen die beiden, dass sich der Schwede mit seinem Rallycross-Hintergrund auch auf Asphalt und in ungewohnter Umgebung sofort in der absoluten Spitze der Rallye ADAC Mittelrhein bewegen konnte.
Enges Spitzenduell bis zur letzten Wertungsprüfung
Nach der Wertungsprüfung 13 lagen Hans Weijs und Bjorn Degandt mit 1:29:19.1 weiterhin in Führung, gefolgt von Armin Kremer und Jennifer Lerch mit 1:30:13.8 sowie Marijan Griebel und Ella Kremer mit 1:30:15.8. Der Vorsprung an der Spitze war damit bis zum Schluss denkbar knapp, und alle drei Teams lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gesamtwertung.
Da Weijs/Degandt und Kremer/Lerch nicht in der Deutschen Rallye-Meisterschaft eingeschrieben waren, ging der DRM-Wertungssieg trotz des dritten Platzes in der Gesamtwertung an Marijan Griebel und Ella Kremer. Für die DRM-Konkurrenz war es damit die entscheidende Wertung des Wochenendes, während die absolute Tagesbestzeit den beiden Gaststartern vorbehalten blieb.
Marijan Griebel: der König der Weinberge
Mit dem Gewinn der DRM-Wertung bei der Rallye ADAC Mittelrhein unterstrich Marijan Griebel erneut seine Ausnahmestellung auf den Weinbergprüfungen rund um Trittenheim und Piesport. Der Lokalmatador aus der Region gilt seit Jahren als „König der Weinberge“ – ein Titel, den er sich durch beständig starke Leistungen genau auf jenen engen, steilen und technisch anspruchsvollen Passagen erarbeitet hat, die die Rallye ADAC Mittelrhein so einzigartig machen.
Die Siegerehrung fand auf dem Gelände des Einkaufszentrums Bungert in Wittlich statt und bot damit einen stimmungsvollen Schlusspunkt für ein intensives Rallye-Wochenende.
Pokale mit besonderer Geschichte
Ein emotionaler Akzent der Veranstaltung lag erneut auf den Siegerpokalen: Bereits zum fünften Mal wurden die Trophäen in der Schreinerei des Jugendhilfezentrums Don Bosco Helenenberg hergestellt. Die Pokale stehen damit nicht nur für sportlichen Erfolg, sondern auch für handwerkliches Können, Verantwortung und die persönliche Entwicklung junger Menschen, die im Rahmen ihrer Ausbildung an diesem Projekt mitgewirkt haben.
Damit wurde die Siegerehrung in Wittlich um eine soziale und menschliche Dimension bereichert, die weit über den Sport hinausweist. Die Rallye ADAC Mittelrhein unterstreicht damit erneut, dass sie nicht nur Spitzensport organisiert, sondern auch regionale Verantwortung sichtbar macht.
Besondere Herausforderungen durch Trockenheit
Wegen der anhaltenden Trockenheit standen die Organisatoren in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen. Noch am Freitag wurde gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den Feuerwehren der Umgebung das Brandschutzkonzept überarbeitet und erweitert, um Risiken für Zuschauer, Teilnehmer und Natur zu minimieren und auf mögliche Eventualitäten vorbereitet zu sein.
„Eine Veranstaltung wie die Rallye ADAC Mittelrhein lebt von Leidenschaft, Präzision und Verantwortung. Gerade unter den besonderen Rahmenbedingungen in diesem Jahr war es entscheidend, gemeinsam mit Behörden, Einsatzkräften und allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu schaffen“, sagt Jörg Hennig, Vorstand Sport des ADAC Mittelrhein e.V. Dieses Zusammenspiel habe wesentlich dazu beigetragen, ein sicheres und zugleich hochklassiges Rallye-Wochenende zu ermöglichen.
Große Resonanz entlang der Strecke
Die Einzigartigkeit der Rallye ADAC Mittelrhein zeigte sich auch an der großen Resonanz des Publikums. Bereits im Vorfeld hatte der ADAC Mittelrhein bei vergleichbaren Austragungen mit rund 3.000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet; die Veranstaltung besitzt seit Jahren eine starke Anziehungskraft für Motorsportfans in der Region und darüber hinaus. In diesem Jahr verfolgten etwa 5000 Zuschauer die Wertungsprüfungen und feierten entlang der Strecke ein Rallye-Event der Extraklasse. Besonders die Prüfungen in den Weinbergen mit ihren Ausblicken ins Moseltal sorgten einmal mehr für eine Atmosphäre, die weit über Deutschland hinaus geschätzt wird.
Die Rallye ADAC Mittelrhein war auch 2026 weit mehr als nur ein Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft. Im Rahmen der Veranstaltung waren neben den aktuellen DRM-Fahrzeugen auch weitere Prädikate und Wertungen eingebunden, darunter die Youngtimer Rallye Trophy, die Euro-Rallye-Trophée und die offene Niederländische Rallye-Meisterschaft. Gerade diese Mischung aus moderner DRM-Spitze, erfahrenen Piloten und historischen Fahrzeugen trägt wesentlich zur Attraktivität der Rallye ADAC Mittelrhein bei. Sie verbindet Gegenwart und Tradition des Rallyesports auf eine Weise, die bei Teilnehmern und Zuschauern gleichermaßen gut ankommt.
Mit ihrer unverwechselbaren Streckenführung in der Eifel-Mosel Region, einem packenden Dreikampf an der Spitze, dem erneuten DRM-Erfolg des „Königs der Weinberge“ Marijan Griebel, international beachteten Gaststartern wie Johan Kristoffersson und einer stimmungsvollen Siegerehrung in Wittlich hat die Rallye ADAC Mittelrhein 2026 ihre besondere Stellung im deutschen Rallyesport erneut eindrucksvoll bestätigt. Der ADAC Mittelrhein dankt allen Teilnehmern, Helferinnen und Helfern, Partnern, Behörden, Feuerwehren und allen Einsatzkräften sowie den vielen Fans entlang der Strecke für ein intensives und erfolgreiches Rallye-Wochenende.
